THE BLUES BROTHERS (OV) // 10.02.2017, 22:45 Uhr

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You know people when you do find that somebody
Hold that woman, hold that man
Love him, please him, squeeze her, please her,
Hold, squeeze and please that person, give’em all your love
Signify your feelings with every gentle caress
Because it’s so important to have that special somebody
to hold, kiss, miss, squeeze and please!

–  The Blues Brothers, „Everybody Needs Somebody To Love“

A Briefcase full of Blues

Die BLUES BROTHERS alias „Joliet“ Jake (John Belushi) und Elwood (Dan Aykroyd) dürften wohl die bekannteste Film-Band aller Zeiten sein. Was kaum noch jemand weiß, ist dass das R&B-Powerhouse etwas mehr als ein Jahr vor Kinostart des gleichnamigen Films von John Landis bereits ein Album auf Platz #1 der Billboard Charts hatten. Bereits Ende der 1970er richteten der bereits Banderfahrene Blues-Enthusiast Aykroyd und sein Bühnenpartner Belushi – beide waren zu der Zeit Teil des Ensembles der US-Comedyshow Saturday Night Live – feierabendliche Jam Sessions in einer örtlichen Blues Bar aus, was ihnen schnell den Namen „The Blues Brothers“ bescherte. Als solche heizten sie bald darauf dem Publikum von Saturday Night Live vor den Livetapings der Show ein, landeten auf diesem Wege im Vorprogramm des Comedian Steve Martin. Das im Rahmen des Auftritts im Universal Amphitheatre entstandene Album „A Briefcase Full Of Blues“ stürmte die Charts, wurde mit mehr als 3,5 Millionen verkaufter Exemplare eins der erfolgreichsten Bluesalben aller Zeiten und zog eine immens erfolgreiche Tournee durch die USA nach sich.

Als THE BLUES BROTHERS am 20. Juni 1980 in nur 594 US-Kinos startete, hatte Universal Pictures bereits so gut wie alle Hoffnungen in den nicht so lange zuvor noch viel versprechenden Film verloren. Die Produktion des Film kostete ein Vielfaches des ursprünglich Veranschlagten und zog sich über Gebühr in die Länge. Das von Dan Aykroyd eingereichte Drehbuch stellte sich als unbrauchbar heraus und musste zuerst von Regisseur Landis aufwendig umgeschrieben werden. Der fertige Film, der nicht zuletzt aufgrund seines massiven Verschleißes an Polizeifahrzeugen zu den teuersten Filmkomödien aller Zeiten zählt, war ursprünglich zweieinhalb Stunden lang und wurde vor Kinostart gekürzt. In der Zwischenzeit ist der Stern von Dan Aykroyd und insbesondere John Belushi bereits ein gutes Stück gesunken – beide hatten mittlerweile ihr Engagement bei Saturday Night Life gekündigt, darüber hinaus war Belushis letzter Film 1941 unter der Regie von Steven Spielberg ein Flop bei Kritikern und an den Kinokassen. Als letzter Schlag in den Magen weigerten sich Kinoketten, den Film in überwiegend von Weißen bewohnten Nachbarschaften zu zeigen.

On a Mission from God

Am Ende siegte die Musik. Leute kamen in Scharen, um die Blues Brothers Band auf der Leinwand zu sehen. THE BLUES BROTHERS belegte in der Startwoche Platz #2 der US-Kinocharts (hinter THE EMPIRE STRIKES BACK), war einer der erfolgreichsten Filme seines Jahrgangs und zählt sowohl zu den beliebtesten Musikfilmen als auch zu den besten Komödien aller Zeiten. Beides total verdient, denn so zeitlos, mitreißend und aufpeitschend wie der heute noch auf WG-Parties gespielte Soundtrack des Films, so perfekt dirigiert John Landis sein Ensemble mit knochentrockener Nonchalance von einer übersteigerten Groteske zur nächsten. Landis hatte zuvor mit THE KENTUCKY FRIED MOVIE und ANIMAL HOUSE den Grundstein für das Komödien-Subgenre gelegt, das man heute gerne als „gross-out“ betitelt, ist tatsächlich jedoch ein Meister des feinsinnigen Humors, der verstanden hat, dass das Absurde am wirkungsvollsten strahlt, wenn man es mit maximaler Nüchternheit inszeniert. Mit den generell unbeeindruckten Jake und Elwood Blues auf der Flucht vor Illinois Nazis, einer geprellten Countryband und der Polizei scheint er dahingehend das perfekte Sujet gefunden zu haben.

„Do You See The Light?“

Auch wenn THE BLUES BROTHERS in fast vierzig Jahren nichts an Charme eingebüsst hat, wirkt der Film heute wie ein Fenster in eine andere Zeit. John Belushi, Ray Charles und Cab Calloway, deren musikalischem Talent viel verdankt, aber auch Frank Oz und die im Dezember letzten Jahres tragisch verstorbene Carrie Fisher sind nicht mehr unter uns. Doch in THE BLUES BROTHERS werden sie ewig weiterleben.


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FR 10.02. | 22:45 Uhr
THE BLUES BROTHERS (USA 1980)

Regie: John Landis
Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis
Originalfassung (engl.), 133 Minuten
mit John Belushi, Dan Aykroyd, Carrie Fisher, Henry Gibson, James Brown, Aretha Franklin, Ray Charles, Frank Oz
Musik von The Blues Brothers Band, James Brown, Aretha Franklin, Ray Charles, Cab Calloway uvm.

Frisch aus dem Knast entlassen, musst Jake Blues erfahren, dass das Waisenhaus, in dem er und Bruder Elwood von Nonnen großgezogen wurden, verkauft werden soll. Um dies zu verhindern, fassen Jake und Elwood den Plan, innerhalb von elf Tagen ihre alte Band wieder zusammenzubringen und die fällige Grundsteuer für das Waisenhaus auf der Bühne zu erspielen. Doch mit jedem Schritt auf ihr Ziel zu machen sich die Blues Brothers mehr Feinde, die ihnen nach dem Leben trachten.

Einlass im Foyer ab 22:30 Uhr | Freie Platzwahl
Tickets: 7 € / 5 € erm.
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